(Bella) Vita in Italia: Erasmus+ in Siena
Wie viel Espresso braucht man eigentlich, um den italienischen Arbeitsalltag zu überstehen?
In unserem Fall waren es mindestens zwei pro Tag.
Wir, Isabella und Sofie, haben zwei Monate in Italien gelebt und gearbeitet. Unsere Zeit verbrachten wir im Hotel „La Certosa di Maggiano“, einem 4-Sterne-Luxusresort in Siena.
Unsere Anreise gestaltete sich schwierig: lange Staus, zwei Stunden warten an der Umstiegsstelle, vier Stunden Verspätung und jede Menge Kopfschmerzen, bis wir endlich am Hotel ankamen. Vom wunderschönen Ambiente des Hotels waren wir sprachlos. Doch dann – die böse Überraschung: Unsere Unterkunft war alles andere als wir sie uns vorgestellt hatten. Dreckig, heruntergekommen, von Müll belagert und von Ungeziefer umgeben – so zogen wir in unser Zimmer ein. Als wir von einem Mitarbeiter hörten, wir hätten sogar das beste Zimmer von allen bekommen, konnten wir es kaum fassen.
Auch unsere Arbeitssituation war herausfordernd. Wir wurden in verschiedenen Bereichen eingesetzt – Isabella im Service, Sofie in der Küche. Was die Arbeitszeiten anging, hätte es kaum besser laufen können (:/): Von 8 Uhr bis 12 Uhr und von 18 Uhr bis 23 Uhr versuchten wir, dem Arbeitsstress standzuhalten. Da wir dauerhaft übermüdet waren, das Hotel eine Stunde Fußweg von der Stadt entfernt lag und wir die toskanische Hitze (39 °C) nicht gewohnt waren, konnten wir unsere Pausen nicht für Freizeitaktivitäten nutzen. Die Arbeit musste mit Präzision bis ins letzte Detail ausgeführt werden, was zu Stress führte, den man auch dem restlichen Team deutlich anmerkte. Unsere Arbeitskolleg:innen waren dennoch größtenteils freundlich, hilfsbereit und konnten uns vieles beibringen.
Es gab noch etwas, das uns aufheiterte: Unsere Reisen quer durch die Toskana. Wir besuchten Pisa, Colle di Val d’Elsa (mit dem Diborrato-Wasserfall), Florenz, Rom und den Vatikanstaat. Wir aßen das beste Essen, sahen die schönsten Sehenswürdigkeiten, lernten die italienische Kultur noch besser kennen und schufen Erinnerungen, die bleiben werden.
Fazit: Trotz aller Hindernisse war das Praktikum eine wertvolle Erfahrung. Wir sehen uns wieder Certosa – aber dann als Gäste!










